Bei unserem ersten Kind habe ich sehr lange gestillt. Mein Sohn hat früh Zähne bekommen und ab dem 4. Monat hat ihn das Essen von uns Eltern auf dem Tisch wahnsinnig interessiert. Mit 6 Monaten gab es dann kein halten mehr und wir hatten von der Kinderärztin das Go, um mit der Beikost zu starten. Mühsam habe ich Tag für Tag frische Breie aus Gemüse und Früchten gekocht, sein Interesse war jedoch mässig und ich war ziemlich frustriert, da er das Meiste einfach nicht mochte und ihm das Essen keinen Spass bereitete. Durch Zufall stiess ich auf das Thema “breifreie Ernährung”, probierte es aus und war begeistert.
Was ist breifreie Ernährung:
Der Titel sagt eigentlich schon alles. Und zwar bereitet man keine Breis zu, sondern gibt dem Baby feste Nahrung in Form von Fingerfood oder mundgerechten Stückchen, die es selber greifen kann. Natürlich wird die Nahrung immer noch separat zubereitet, da man auf Salz und Zucker verzichtet und die Nahrungsmittel werden gerade am Anfang auch viel weicher gekocht als für uns Erwachsene. Es ist für ein Baby ein tolles herantasten an die Ernährung, da es mit den Eltern an einem Tisch sitzt und selber nach der Mahlzeit greifen, diese schmecken, tasten und essen kann.
Womit haben wir gestartet:
Zuerst starteten wir mit gedünsteten oder gebackenem Gemüse oder Obst. Kleine Bananenstückchen eignen sich ebenfalls sehr gut. Weiter kann man auch Brot ohne Rinde und weichgekochte Nudeln ausprobieren. Später haben wir dann Pfannkuchen, Gemüsekuchen, Pizza ausprobiert und zuckerfreie Muffins gebacken. Zu den Nudeln gab es immer eine Gemüsesauce mit gesunden Ölen, sodass die Mahlzeit auch Nahrhaft ist. Da wir vegetarisch leben gibt es bei uns kein Fleisch oder Fisch, aber auch dies ist ab einer gewissen Zeit problemlos möglich. Hier gibt es übrigens tolle breifrei Rezepte.
Nachteile:
Die Vorteile haben für uns klar überwogen, da der Kleine mit uns am Tisch sass und so schon mit 6 Monaten die Mahlzeiten ein riesen Event wurden und wir als Familie gemeinsam essen konnten und er richtig Spass daran hatte. Was man jedoch beachten muss, ist dass es teils eine riesen “Schweinerei” gibt und es definitiv mehr zu putzen gibt, als wenn man das Baby mit Brei füttert :).
Wann startet man am besten damit?
Beim ersten Kind war es so, dass ich von der Kinderärztin das Go abgewartet habe. Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass ein Baby genau anzeigt, wann es ready für die Nahrung ist:
- Es kann z.B. im Trip Trap mit Unterstützung sitzen. Das Baby muss sich nicht selber hinsetzen können, aber es kann seinen Oberkörper aufrecht halten, wenn es von hinten gestützt wird. Denn nur so ist die Speiseröhre gestreckt und das Essen kann ohne Probleme runter rutschen.
- Das Baby kann das Essen selber greifen und führt es zum Mund.
- Der Zungenstreckreflex ist abgelegt oder abgeschwächt. Das heisst, dass das Baby mit der Zunge nicht gleich alles wieder aus dem Mund befördert.
Informieren und ausprobieren:
Ob wir auch unser zweiten Kind breifrei ernähren wissen wir noch nicht, denn schlussendlich entscheidet immer das Baby, was funktioniert und was nicht. Ich für meinen Teil bin extrem froh, sind wir auf die breifrei Methode gestossen und mir haben auch die Rezepte unheimlich viel Spass bereitet :). Gerade Snacks habe ich nicht für meinen Sohn, sondern auch gleich für mich mitgekocht, da sie so lecker waren und habe für mich einfach noch nach belieben nachgesalzen.
Wenn auch ihr mit der Breinahrung nicht weiterkommt, dann lohnt es sich auf jeden Fall, sich einmal über die breifreie Ernährung zu informieren. Im Internet findet man unheimlich viele Rezepte dazu. Nichtsdestotrotz raten wir, die Kindererärztin vorher zu fragen, ob sie es empfehlen würde, bereits damit zu starten.